Mittelstandsmanager in Lagerhalle

Mittelstandsmanagement: Gerüstet für die Zukunft

99,6 % der deutschen Unternehmen sind im Mittelstand beheimatet. Sie bilden das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Bedeutung dem Management mittelständischer Unternehmen zukommt und wie es sich entwickelt hat. Zudem erfahren Sie, welche Aufgabenbereiche zum Mittelstandsmanagement gehören und wo die konkreten Herausforderungen für Manager im Mittelstand liegen.

Lesezeit: 7 minutes

Publiziert: 31.08.2017

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Bedeutung und Entwicklung im Mittelstandsmanagement

Zunächst einmal gilt es zu klären, wie genau ein mittelständisches Unternehmen definiert wird.

Der Mittelstand wird von großen Unternehmen anhand der Höhe des Umsatzes und/oder der Beschäftigtenzahl des Unternehmens differenziert; teils wird hierfür auch Bezug auf die jeweilige Bilanzsumme genommen. Nach einer häufig verwendeten Klassifizierung gelten Unternehmen mit einem Jahresumsatz zwischen 1 Mio. Euro und 50 Mio. Euro bzw. mit 10 bis 499 Beschäftigte als mittelständisch.

Was zeichnet mittelständische Unternehmen vor allem aus? Sie sind flexibel, innovativ – und maßgeblich verantwortlich für die Bedeutung Deutschlands als eine der weltweit führenden Wirtschaftsnationen. Mittelständische Unternehmen leben vor allem von einer Unternehmenskultur, die auf allen Ebenen positiv gelebt wird und die zu außergewöhnlichen Leistungen aller Mitarbeiter führt. Ein starkes Engagement entsteht jedoch nur, wenn das Management des Unternehmens mit gutem Beispiel vorangeht und die Angestellten hinter dem Unternehmen stehen. Um sich im internationalen Wettbewerb gegen die Konkurrenz durchsetzen zu können, müssen Manager im Mittelstand daher über einige Schlüsselqualifikationen verfügen.

Das Management muss mit gutem Beispiel vorangehen

Es nützt wenig, wenn das Management Richtlinien vorgibt, die es selbst nicht befolgt oder praktiziert. Im Unterschied zu Konzernen gibt es in mittelständischen Unternehmen stärkere Berührungspunkte zwischen Management und Mitarbeitern; das Management arbeitet viel direkter mit den Mitarbeitern zusammen, sodass diesen nicht verborgen bleibt, ob ihre Vorgesetzten tatsächlich das vorleben, was sie „predigen“. Wenn sie selbst kein gutes Beispiel abgeben, können Sie auch kein Engagement von Ihren Mitarbeitern erwarten.

Auch das Engagement der Mitarbeiter wirkt sich auf das Unternehmensergebnis aus. Unternehmen mit hohem „Engagement-Faktor“ sind erfolgreicher als Unternehmen, deren Mitarbeiter nur wenig Motivation zeigen. Eines der großen Ziele des Managements sollte es daher sein, das Engagement der Mitarbeiter zu fördern und sie beständig zu motivieren. Eine gute Führung ist unerlässlich, um gute Ergebnisse zu erzielen. Die Unternehmensführung wird in Zukunft noch wichtiger werden, weil zunehmend Fach- und Führungskräfte fehlen. Diese werden jedoch dringend benötigt, um das Management im Mittelstand erfolgreich zu gestalten.

Doch welche Aufgabenbereiche sind typisch für den Mittelstand?

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Aufgabenbereiche im Mittelstandsmanagement

Die Aufgabenbereiche für Manager im Mittelstand sind meist umfangreicher als in großen Konzernen, da sie auf ein kleineres Team verteilt sind: Weniger Manager müssen mehr Aufgaben übernehmen. Die wohl wichtigste Aufgabe im Mittelstandsmanagement ist die strategische Planung des Unternehmens: Wohin soll die Reise gehen? In welche Bereiche soll stärker investiert werden? Gibt es mögliche Partner, mit denen eine Kooperation sinnvoll ist? Für die Beantwortung all dieser Fragen ist das Management zuständig.

Da in mittelständischen Betrieben die Manager stärker im strategischen und operativen Geschehen eingebunden sind, sind ihre Planungen sehr praxisorientiert.

Ein weiterer wichtiger Bereich ist darüber hinaus die Personalentwicklung. Denn es ist einfacher, Mitarbeiter zu halten und weiterzubilden als neue Mitarbeiter zu finden. Daher sollte das Management ein Auge auf die Personalentwicklung haben: Wie entwickelt sich der Personalbedarf und welche Schlüsselpositionen müssen besetzen werden? Werden Nachwuchsführungskräfte ausreichend geschult und trainiert, um im Ernstfall einsatzfähig zu sein?

Darüber hinaus ist es die Aufgabe der Manager, das Unternehmen so effizient wie möglich zu organisieren. Sie müssen die Zusammenarbeit der Abteilungen fördern und ein starkes WIR-Gefühl unter den Mitarbeitern forcieren, damit die einzelnen Bereiche mit möglichst geringen Reibungsverlusten zusammenarbeiten.

Mittelständische Unternehmen sind für ihre Innovationskraft bekannt, die sie im internationalen Wettbewerb stärkt. Damit dies auch weiterhin so bleibt, müssen genügend Mittel in Entwicklung und Forschung fließen. Das operative Geschäft sollte nicht die Ressourcen von Entwicklung und Forschung beanspruchen.

 

Herausforderungen im Mittelstandsmanagement

Die zunehmende Globalisierung, die Rohstoffknappheit, der demografische Wandel, die Digitalisierung, die Unternehmensnachfolge sowie die Erhaltung der Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit sind allesamt Herausforderungen, denen sich mittelständische Unternehmen langfristig stellen müssen.

Vor allem das Management muss all diese Faktoren im Blick haben und permanent eruieren, wohin die Reise gehen soll. Auch der Führungsstil in mittelständischen Unternehmen ist entscheidend für deren Erfolg. Klassische Hierarchien funktionieren in der modernen Arbeitswelt längst nicht mehr und können sich negativ auf die Personalsuche auswirken. Mittelständler haben sich entwickelt und sind oft international tätig. Sie benötigen heute hochqualifzierte Fachkräfte, die meist hoch umkämpft sind. Der Führungs- und Kommunikationsstil entscheidet darüber, ob Ihr Unternehmen ein attraktiver Arbeitgeber ist.

Mitarbeiter erwarten zunehmend eine persönliche, individuelle und situative Führung. Deswegen müssen Führungskräfte im Mittelstand systematisch geschult werden, um für diese neue Art der Führung gerüstet zu sein.

 

Digitalisierung

Digitalisierung erfordert ein Umdenken in allen Bereichen des Unternehmens. Dieser Prozess muss mit der nötigen Sensibilität und Ruhe angegangen, darf allerdings nicht verschlafen werden. Oft fallen hier Arbeitsplätze weg oder das Management muss überlegen, wo die eigenen Mitarbeiter zukünftig arbeiten können.

Digitalisierung als Schwerpunkt im Mittelstandsmanagement

Ein wichtiger Fokus im Mittelstandsmanagement sollte die Digitalisierung und ihre Folgen darstellen.

 

Wissensmanagement

Die Strukturierung und Verwaltung von internem und externem Wissen und Know-how gehört zu den größten Schwierigkeiten des Mittelstandmanagements. Langfristig hängt davon die Zukunft vieler mittelständischer Unternehmen ab. Die zunehmende Marktdynamik, die wachsende Komplexität von Produkten und Dienstleistungen sowie die Informationstechnologie machen firmeneigenes Wissen immer wertvoller. Es wird zur Ressource, die systematisch entwickelt und gepflegt werden muss. Wissenskapital ist wichtig und sollte vermehrt werden. Vor allem aber muss es im Unternehmen bleiben. Alle Mitarbeiter, möglicherweise auch Kunden, müssen darauf Zugriff haben. Dies darf aber nicht dem Zufall überlassen, sondern muss systematisch gemanagt werden. Für die nötigen Rahmenbedingungen sorgt das Management.

„War for Talents“ und Fachkräftemangel

Schlagworte, wie „Demografische Entwicklung“, „Fachkräftemangel“ und „War for Talents“ treffen mittelständische Unternehmen noch stärker als große Konzerne. Ihr Nachteil ist: Die Unternehmen sind in der Regel nicht so bekannt. Hinzu kommen häufig der möglicherweise unattraktive Standort in ländlichen Gebieten und vergleichsweise niedrige Gehälter.

Das Management muss Schlüsselpositionen definieren und strategisch planen sowie die passende Person parat haben, wenn der Bedarfsfall eintritt. Für diesen Fall sollten Nachwuchskräfte identifiziert werden, die für diese Schlüsselpositionen infrage kommen. Sinnvoll ist es, wenn diese Nachwuchskräfte einen Mentor an die Seite bekommen, der sie auf den Tag X vorbereitet.

Keine Frage, das Talentmanagement wird einer der größten Herausforderungen für den Mittelstand sein. Um der Abwanderung von Talenten zu Konzernen mit höheren Gehältern entgegenzuwirken, muss der Mittelstand seine Talente viel mehr fördern.

Der Mangel an Fach- und Führungskräften hat gravierende Auswirkungen auf das Wachstum der Unternehmen, das ohne qualifizierte Mitarbeiter nicht realisiert werden kann. Die Verluste sind dabei riesig: Dem deutschen Mittelstand entgehen jedes Jahr rund 33 Milliarden Euro an Umsatz. Allein aus diesem Grund sind die mittelständischen Unternehmen gefordert, in den Nachwuchs zu investieren, um drohenden Umsatzverlusten vorzubeugen.

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Fehlerhaftes Risikomanagement

Mittelständische Unternehmen wissen um die Bedeutung von professionellem Risikomanagement. Doch oft fehlt es an der richtigen Umsetzung in der unternehmerischen Praxis bzw. an der fehlenden Zeit der Manager. Wenn jedoch ein Unternehmen zu hohe Risiken eingeht und diese nicht entsprechend bewertet, kann die Zukunft des Unternehmens gefährdet sein.

Die Herausforderung heißt deshalb, das Risikomanagement als strategische Unternehmenssteuerung zu definieren.

 

Fazit

Weit über 90 % aller Unternehmen in Deutschland gehören dem Mittelstand an. Sie sind bestens aufgestellt, wenn das Management einwandfrei funktioniert. Gut funktionierende Abläufe und volle Auftragsbücher sind erfolgsentscheidend. Nur durch umsichtiges Handeln kann ein optimales Talentmanagement und ausgewogenes Risikomanagement sichergestellt werden.

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Autor

Birgit Weber
Birgit Weber

Birgit Weber ist als Redakteurin im B2B Manager tätig. Sie trainiert und berät seit mehr als zehn Jahren Unternehmen hinsichtlich ihrer Marketing- und Vertriebsstrategien und zählt zu den geschätzten Sprecherinnen auf B2B-Messen. Neben ihrer Autorentätigkeit ist Birgit Weber Leiterin eines Institutes für Rhetorik, Persönlichkeitsentwicklung und Zukunftsplanung.

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