CSR-Management: Nachhaltigkeit in Mittelstandsunternehmen

Unter dem Begriff „Corporate Social Responsibility (CSR)“ werden Maßnahmen zusammengefasst, die soziale und ökologische Belange in die Unternehmenstätigkeit integrieren. Eine besondere Rolle spielt dabei die Einbeziehung der Mitarbeiter und Stakeholder, d. h. Partner, Kunden, Dienstleister und Lieferanten. Im nachfolgenden Beitrag erfahren Sie, wie Sie in Ihrem Unternehmen ein erfolgreiches CSR-Management installieren und von den getroffen strategischen Maßnahmen profitieren können.

Lesezeit: 6 minutes

Publiziert: 06.03.2018

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CSR-Richtlinien gewinnen an Bedeutung

Die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen als Teil des nachhaltigen Wirtschaftens gewinnt zunehmend an Bedeutung. Sie wird mittlerweile entsprechend reglementiert und offen von Unternehmen eingefordert. Die Europäische Richtlinie 2014/95/EU wurde im deutschen Recht als CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz zu Papier gebracht und ist am 19. April 2017 in Kraft getreten. Darin wird festgelegt: Große kapitalmarktorientierte Unternehmen müssen Kreditinstituten und Versicherungsunternehmen einen Rechenschaftsbericht über wesentliche nicht-finanzielle Aspekte vorlegen. Sie müssen Ihre Konzepte zu Themen wie Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialbelangen, Menschenrechtsfragen und zur Bekämpfung von Bestechung und Korruption offenlegen und regelmäßig über Ergebnisse berichten.

 

Warum CSR-Management für Unternehmen wichtig ist

Eine Verantwortung für die gesamtgesellschaftliche Entwicklung in ökonomischer, ökologischer und sozialer Hinsicht zu übernehmen, ist natürlich eine große Herausforderung für Unternehmen. Eine nachhaltige Planung, die sich diesen Anforderungen stellt, kann jedoch einen entscheidenden wirtschaftlichen Nutzen mit sich bringen.

Neben Imagegewinn und Akzeptanz im geschäftlichen Umfeld kann eine glaubwürdige CSR-Strategie den Markenkern schärfen und entscheidend zu einer positiven Markenentwicklung beitragen. Positive unternehmerische Effekte, die durch die Auseinandersetzung mit langfristigen Zielen und einem intensiven Austausch mit Stakeholdern im Rahmen einer CSR-Strategie entstehen können, sind zum Beispiel:

  • Beiträge zur Erschließung neuer Märkte und die Förderung von Innovationen
  • Erarbeitung von Effizienzpotentialen, z. B. in Hinsicht auf Material, Energie etc.
  • Vermeidung von strategischen Fehlentwicklungen
  • Verringerung von Risiken, z. B. bezüglich Compliance und Haftung

Durch die getroffenen CSR-Maßnahmen erfolgt eine klare Differenzierung von Wettbewerbern, durch die zudem der Kundenstamm erweitert werden kann. Innerhalb des Unternehmens sorgt eine nachhaltige CSR-Strategie für eine höhere Bindung der Mitarbeiter und erhöht zudem die Attraktivität für neue Talente. Überdies bieten die erreichten Ziele und Zwischenschritte von erfolgreichen CSR-Maßnahmen regelmäßige PR-Anlässe mit anspruchsvollem, gut verwertbarem Content.

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Besondere Bedingungen für CSR-Management im Mittelstand

Im Gegensatz zu Großkonzernen sind CSR-Maßnahmen – und eine Rechenschaft über diese – für mittelständische Unternehmen bisher nicht verpflichtend. Vor allem als Dienstleister oder Zulieferer großer Unternehmen kann sich eine transparente CSR-Strategie allerdings als entscheidender Wettbewerbsvorteil herausstellen.

Mittelständische Unternehmen können bei der Planung von CSR-Maßnahmen außerdem einen klaren Vorteil nutzen: die traditionell meist engen Bindungen zu Geschäftspartnern, Kunden und ihren Mitarbeitern. So sind Bedürfnisse und Anforderungen im direkten Kontakt einfacher und schneller zu eruieren, außerdem kann ein direktes Feedback eingeholt und evaluiert werden.

Bei der meist geringeren Anzahl der Mitarbeiter ist es dagegen eine Herausforderung, verbindliche Strukturen mit Verantwortlichen zu etablieren. Meist werden hierfür keine zusätzlichen Stellen oder sogar Abteilungen geschaffen, wie das etwa in Großkonzernen der Fall ist. Wenn die neuen Anforderungen der CSR mit der vorhandenen Belegschaft umgesetzt werden, sollten die Mitarbeiter bereits in die Planung einbezogen werden. Auch auf einen Ausgleich für etwaige Zusatzbelastungen muss geachtet werden.

 

Wie kann ein erfolgreiches CSR-Management in Mittelstandsunternehmen etabliert werden?

Um langfristig erfolgreich zu sein, muss eine CSR-Strategie zum Kerngeschäft eines Unternehmens passen, die Wirtschaftlichkeit berücksichtigen und idealerweise Lösungen für konkrete Problemstellungen bieten. Wenn beispielsweise in Ihrer Branche ein Fachkräftemangel herrscht, sind Maßnahmen in der Talentförderung oder für ein familienfreundliches Arbeiten sinnvoll. Ein direkter Bezug zum Unternehmen ist für Mitarbeiter wie Stakeholder nachvollziehbarer als beispielsweise Sponsorings und Spendenaktionen nach dem „Gießkannenprinzip“. Hier droht außerdem der Vorwurf des „Greenwashing“, also der Fokus auf einen bloßen Imagegewinn, der bei plan- und zusammenhangslosen Maßnahmen schnell im Raum steht.

 

Tipps für die erfolgreiche Etablierung eines CSR-Managements

Grafik: Implementierung CSR-Management

 

Schritt 1: Prüfung und Analyse des Ist-Zustandes

Setzen Sie sich mit der Frage auseinander, wofür Ihr Unternehmen und Ihre Produkte stehen und künftig stehen sollen. Analysieren Sie bisherige Aktivitäten, die bereits unter CSR-Maßnahmen fallen, wie zum Beispiel Sponsoring- oder Umweltschutzmaßnahmen. Werten Sie aus, wie Sie bisher konkret mit Themen wie Nachhaltigkeit, Ressourcen- und Personalmanagement sowie Mitarbeiterförderung umgegangen sind. Befragen Sie Ihre Führungskräfte und Mitarbeiter, wie Sie diese Maßnahmen wahrnehmen und bewerten. Schauen Sie außerdem, wie Mitbewerber mit diesem Thema umgehen und halten Sie sich über „Best-Practice“-Lösungen auf dem Laufenden.

Schritt 2: Formulierung von klaren Zielen und Zwischenzielen

Definieren Sie konkrete und langfristige Ziele. Berücksichtigen Sie dabei Ihre unternehmerischen Stärken und Schwächen und achten Sie immer darauf: Die CSR-Maßnahmen müssen zu Ihrem Kerngeschäft passen. Nur so lässt sich eine CSR-Strategie langfristig gewinnbringend und erfolgreich installieren. Denken Sie in großen Zusammenhängen und Zeiträumen. Formulieren Sie Zwischenziele, an denen sich die Gesamtstrategie regelmäßig überprüfen lässt und deren Erreichung die Beteiligten motiviert.

Schritt 3: Etablierung der CSR-Strategie im Unternehmen

Für die einzelnen Maßnahmen, die Sie im Rahmen Ihrer CSR-Strategie getroffen haben, sollte es zuständige Mitarbeiter oder Abteilungen geben. Legen Sie verbindliche Verantwortlichkeiten fest, achten Sie aber gerade bei kleineren Belegschaften darauf, die Arbeit auf mehrere Schultern zu verteilen. Die CSR-Maßnahmen sollten Ihre Mitarbeiter vor allem motivieren und den Zusammenhalt in der Firma fördern – und nicht als zusätzliche Arbeitsbelastung wahrgenommen werden.

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Schritt 4: Evaluation der CSR-Maßnahmen

Evaluieren Sie die getroffenen CSR-Maßnahmen regelmäßig und überprüfen Sie das Erreichen von Zielen und Zwischenzielen. Sie können erarbeiten, welche Maßnahmen sinnvoll waren und ob bereits Veränderungen und entsprechende Verbesserungen eingetreten sind. An dieser Stelle können Sie andernfalls die Details nachjustieren und entscheiden, ob Ihre Ziele angepasst oder Maßnahmen neu ausgerichtet werden müssen. Nicht zuletzt ist das Erreichen von Zwischenzielen eine Motivation für Ihre Mitarbeiter und gegebenenfalls ein PR-Anlass. Denn über das Erreichte können Sie berichten!

 

Fazit: Ein guter Zeitpunkt für eine zukunftsfähige CSR-Strategie

Von einer nachhaltigen CSR-Strategie profitieren nicht nur Gesellschaft und Umwelt, sondern – wenn die Maßnahmen nicht losgelöst von den Kerngeschäftsprozessen erfolgen – in hohem Maße auch Ihr Unternehmen. Ob verbesserte Arbeitssicherheit, hohe Mitarbeiterzufriedenheit, größere Energieeffizienz oder die Neuentwicklung von Produkten bis hin zur Erschließung neuer Geschäftsfelder – viele Faktoren, die im Rahmen von CSR-Maßnahmen in Angriff genommen werden, tragen langfristig zum Erfolg von Unternehmen bei. Gerade der Mittelstand kann sich hier auf seine Stärken besinnen und auf gewachsene Strukturen und eine enge Bindung zu Stakeholdern, Mitarbeitern und Kunden zurückgreifen.

Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, sich den Anforderungen an die CSR im Unternehmen zu stellen und langfristige, nachhaltige Strategien zu entwickeln. Und das tun Sie am besten mit einer gewissen Vorreiterrolle und Freiheit in vielen Branchen, solange es noch keine rechtlichen Vorgaben vom Gesetzgeber und Rechenschaftspflicht für Mittelstandunternehmen gibt.

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Autor

Birgit Weber
Birgit Weber

Birgit Weber ist als Redakteurin im B2B Manager tätig. Sie trainiert und berät seit mehr als zehn Jahren Unternehmen hinsichtlich ihrer Marketing- und Vertriebsstrategien und zählt zu den geschätzten Sprecherinnen auf B2B-Messen. Neben ihrer Autorentätigkeit ist Birgit Weber Leiterin eines Institutes für Rhetorik, Persönlichkeitsentwicklung und Zukunftsplanung.

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